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Hochsensibel und Introvertiert

Artikel Hochsensibel und Introvertiert - mit Test

Ich bin introvertiert und hochsensibel und nicht unsozial und mimosenhaft. In meiner Kindheit und Jugend war das witziger Weise überhaupt kein Problem 😊 Ich war von Menschen umgeben, die andere Menschen einfach sein lassen, wie sie sind – ohne sie in Schubladen zu stecken. Die „Probleme“ kamen erst vor ein paar Jahren – Schubladendenken, abstempeln, als unnormal bezeichnen…ABER das gehört wohl zum Lernprozess dazu 😊

An die ca. 15 – 20% aller Hochsensiblen und Introvertierten dieser Welt – ihr seid nicht unnormal und unsozial oder sonderlich – ihr seid hochsensibel und introvertiert und das ist gut so!

Viele Erwachsene wissen nicht, dass sie die Gabe der Hochsensibilität ( gepaart mit Introvertiertheit) in sich haben und sehen ihr „fühlen“ und „denken“ als Fluch und störend, statt als Gabe und „erhellend“.

Der Begriff der Hochsensibilität wurde erst Ende der 90er Jahre durch die Psychologin Elain N. Aron populär und bekannt. Aron ist selber hochsensibel und hat mit ihrem Mann und vielen anderen Wissenschaftlern über viele Jahre hinweg versucht, der „Wahrnehmungswelt“ und „Gefühlswelt“ bestimmter Menschen einen Namen zu geben

„Hochsensibilität“

Die Hochsensibilität kann und wird von manchen Autoren nochmal unterteilt in die

„Hochsensitivität“

Wobei sich hierbei die Geister der Wissenschaft streiten, ob Hochsensitivität zur Hochsensibilität gezählt werden sollte, oder ob es doch ein eigenständiges Erscheinungsbild ist. Aber wie auch immer, fest steht beides ist eine Gabe und nicht krankhaft oder unnormal.

Hinzu kommt, dass ca. 70 % aller hochsensiblen Menschen zusätzlich introvertiert sind, was das Leben weiterhin erschwert und gesellschaftlich auch nicht der "Renner" ist. Introvertierte Menschen gelten in der Gesellschaft als „leise“, „ungesellig“, „schüchtern“, „nicht durchsetzungsfähig“, „eigenbrödlerisch“, was allerdings in keinster Weise der Realität entspricht. 

Bin ich hochsensibel

Ich bin der Meinung, dass die Frage „bin ich hochsensibel und/oder Introvertiert“ manch einem auf der Seele brennt und erst danach eine Erklärung Sinn macht, warum sie denn sind wie sie sind.

Die „Erkennungslisten“ sind keine 100%ige Garantie dafür, dass sie hochsensibel und/oder introvertiert sind. Es gibt keine einheitlichen „Diagnoselisten“, da es sich um KEINE Krankheit, sondern einen Wesenszug, eine Charaktereigenschaft handelt. Dennoch, je mehr Fragen sie mit „ja“ beantworten können, umso sicherer dürfte es sein, dass sie „Begabt“ sind. 

„Erkennungsliste Hochsensibilität/ Hochsensitivität“ (Beispiele)

-       Sind sie schnell mit sensorischen Reizen überfordert? Licht, Gerüche, Geräusche, visuelle Eindrücke ( Farben, Muster..), mögen sie bestimmte Stoffe nicht –es kratzt

-       Beeinflussen sie die Stimmungen anderer Menschen? Schlechte Laune „schwappt auf sie über“

-       Sie meiden Menschenmengen?

-       Sie sind von großen Menschenmengen überfordert?

-       Sie müssen alleine sein, um ihre „Batterien“ wieder aufzuladen

-       Sie haben viele innere Bilder und eigene Gedanken?

-       Einfacher Small – Talk ist ihnen oft zu anstrengend und zu wieder? Sie sehen keinen Sinn darin, sich über das Wetter oder Nachbars Garten zu unterhalten, sie brauchen „Input“

-       Gute wie negative Ereignisse „hallen“ noch Tage später in ihnen nach? Emotionale Konflikte können sie nicht einfach vergessen, dass dauert Tage oder Monate?

-       Sie haben folgende Sätze ständig zu hören bekommen , „stell dich nicht so an“, „du bist aber überempfindlich“, „Sensibelchen“, „Spaßbremse“, Reiß dich mal zusammen“, „du legst alles auf die Goldwaage“

-       Haben sie oft oder immer versucht, sich „anzupassen“

-       Galten sie als Scheu, Schüchtern, gehemmt

-       Sie können zwischen den Zeilen lesen

-       Sie denken viel und intensiv über viele Dinge nach

-       Komplexe Zusammenhänge zu durchschauen fällt ihnen leicht

-       Sie sind kreativ

-       Sie verfügen über ein „Bauchgefühl“, die Intuition

-       Sie werden oftmals von ihren Gefühlen überwältigt. Gute Gefühle wie negative Gefühle

-       Sie finden andere Menschen oft zu schroff und unsensibel

-       Sie finden Witze anderer sehr häufig gar nicht witzig

-       Sie brauchen Tiefgang in ihren Gedanken und Gesprächen

-       Sie brauchen Sinn in ihrem beruflichen Tun

-       Sie sind sehr perfektionistisch

-       Sie sind Detailverliebt

-       Sie fühlen sich unwohl, wenn sie beobachtet werden

-       Sie werden oft überfordert, wenn sie mehrere Dinge auf einmal machen müssen

-       Sie reagieren auf Konflikte oder seelische Probleme mit körperlichen Symptomen

Wenn sie 2/3 mit „ja“ beantworten können sind sie mit großer Wahrscheinlichkeit ein Mensch mit großen Gaben und Fähigkeiten der Hochsensibilität / Hochsensitivität. 

Bin ich hochsensibel?
Test
Bin ich hochsensibel.pdf (87.9KB)
Bin ich hochsensibel?
Test
Bin ich hochsensibel.pdf (87.9KB)




„Erkennungsliste Introversion“

Auch hier gilt, es gibt keine wirkliche „Diagnoseliste“, da Introvertiertheit ebenfalls ein Wesenszug – eine Charaktereigenschaft ist und keine Krankheit. Jeder Mensch wird mit der Veranlagung „Introvertiert oder Extrovertiert“ geboren. Diese Eigenschaft ist individuell stärker oder schwächer ausgeprägt. Die meisten Menschen befinden sich im „Mittelmaß“, also teilweise intro und teilweise extro. Es gibt aber auch die Menschen, bei denen das jeweilige „Mittelmaß“ in Richtung „intro“ oder „extro“ verschoben ist.

-       Sie sprechen lieber mit einer Person intensiv, statt mit vielen

-       Wenn sie müde und erschöpft sind, ziehen sie sich gerne zurück. Sie müssen mit sich alleine sein, um ihre „Batterien“ wieder aufzuladen

-       Menschen, die schnell sprechen strengen sie an

-       Sie lassen sich von Erwartungen anderer unter Druck setzen. Sie machen viele Dinge des „lieben Friedens willen“, obwohl sie es nicht möchten

-       Sie schreiben lieber statt zu sprechen

-       Menschenmengen und im Mittelpunkt stehen mögen sie nicht

-       Sie lieben „inhaltliche“ Gedanken mit Tiefgang

-       Sie beobachten liebend gern

-       Sie kennen Sätze wie „Spaßbremse“, „lach doch mal“, „du bist so still“, „les doch nicht so viel“, „sei doch nicht so schüchtern“, „du bist arrogant“

-       Sie brauchen keine anderen Menschen um sich herum

-       Familientreffen oder Partys machen sie fertig

-       Sie arbeiten gründlich und an einem Stück

-       Sie können sich „weg denken“, wenn man sie anspricht haben sie Mühe wieder in das Hier und Jetzt zu kommen

-       Sie finden Small – Talk anstrengend und manchmal als Zeitverschwendung

-       Sie brauchen wenig äußere Anregung

-       Sie legen Wert auf Details

-       Sie lieben es analytisch zu denken

Je mehr Aussagen sie auch hier mit „ja“ beantworten, umso sicherer sind sie ein introvertierter Mensch – ein leiser Mensch mit Tiefgang und speziellen Wahrnehmungen. 

Warum sie sind, wie sie sind

Eine Introvertiertheit kommt auch ohne eine Hochsensibilität aus. Heißt also,  nicht jeder introvertierte Mensch ist auch eine hochsensible Persönlichkeit  und nicht jede hochsensible Persönlichkeit ist introvertiert. Beide Wesensmerkmale können also auch alleine auftreten. Ich habe sie hier allerdings „zusammen gepackt“, da 70% aller hochsensiblen Persönlichkeiten auch introvertiert sind.

„Warum sind sie, wie sie sind“

Zum Glück gibt es heute viele bildgebende Verfahren, mit denen man sämtliche Hirnregionen „filmen“ kann und zwar im Ruhemodus wie auch unter Höchstleistungen. Diese bildgebenden Verfahren konnten klar belegen, dass die Hirne der hochsensiblen Persönlichkeiten, wie auch der introvertierten Menschen anders arbeiten – nicht falsch, sondern einfach anders.

Bei hochsensiblen Persönlichkeiten liegt eine bestimmte Konstitution des Nervensystems vor, welches zu einer erhöhten Sensibilität führt. Dabei ist dieser Grad der Sensibilität auch unter den hochsensiblen Persönlichkeiten unterschiedlich ausgeprägt und findet auch auf unterschiedlichen Gebieten statt.

Hochsensible Persönlichkeiten verfügen über ein viel leichter zu erregendes Nervensystem und auch das „normale“ Erregungsniveau liegt höher. Das heißt also, dass das Nervensystem schon auf so schwache Reize reagiert, die andere Menschen noch gar nicht wahrnehmen können. Das hat zur Folge, das hochsensible Persönlichkeiten viel mehr sehen, hören, riechen, schmecken und auch fühlen, als nicht – hochsensible Persönlichkeiten. Der Nachteil ist allerdings, dass hochsensible Persönlichkeiten dem zu folge auch viel schneller überlastet und ausgelaugt sind und darüber hinaus zusätzlich eine größere Menge an einströmenden Reizen verarbeiten müssen. Hochsensiblen Persönlichkeiten fehlt nämlich eine „gescheite“ Filterfunktion des Gehirns. An diesem Filter wird eigentlich zwischen wichtig und unwichtig entschieden, damit nicht jede unwichtige Information den Weg ins Gehirn findet. Hier funktioniert der Filter aber nicht so einwandfrei und lässt alles an Infos rein, was auf diesen Filter trifft. Somit sind hochsensible Persönlichkeiten empfänglicher und vor allem empfindlicher gegen Reize, was durch die besondere Art der neuronalen Verarbeitung der Sinneseindrücke im Gehirn begründet ist.

Zusammengefasst heißt das also, dass hochsensible Persönlichkeiten durch die erhöhte Reizempfänglichkeit und Reizempfindlichkeit mehr Licht, Farbe, Geräusche, Gerüche, Gefühle, Stimmungen, Berührungen aufnehmen und sie intensiver und differenzierter wahrnehmen als nicht – hochsensible Persönlichkeiten.

Alles klar? Sie sind nicht mimosenhaft oder ein Sensibelchen, sie sind nicht unsozial und ungesellig. Sie sind eine hochsensible Persönlichkeit, die alles, was um sie herum passiert und alles, was sie sieht und hört und fühlt viel detaillierter und genauer wahrnimmt als andere Menschen. Das machen nicht sie selber und sie können auch nichts daran ändern, auch wenn sie wollten.

Hinzu kommt nun das veränderte Gehirn der introvertierten Menschen, was es ebenfalls in sich hat.

Es konnte klar belegt werden, dass z. B die frontale Kortex von introvertierten Menschen eine höhere elektrische Aktivität aufweist. Die frontale Kortex ist u. a verantwortlich für Lernen, Erkennen, Erinnern, Planen, Probleme lösen.

Ebenfalls interessant ist die Tatsache, dass das Blut von introvertierten Menschen im Gehirn einen anderen Weg nimmt, als das von Extrovertierten Menschen, nämlich einen längeren Weg. Außerdem dominiert im Gehirn von introvertierten Menschen der Botenstoff „Acetylcholin“, der für Ruhe, Ordnung, Konzentration und Lernen sorgt.

Diese Neurotransmitteransammlung führt allerdings dazu, dass introvertierte Menschen keine allzu großen euphorischen Sprünge veranstalten, denn hierfür wäre der Botenstoff „Dopamin“ von Nöten. Über diesen verfügen allerdings die extrovertierten Menschen in größeren Mengen – „tja, irgendwas ist ja immer“.

Das heißt nun was? Das heißt, dass introvertierte Menschen ob nun mit oder ohne Hochsensibilität ebenfalls über eine veränderte Arbeitsweise des Gehirns verfügen und zusätzlich noch einen „Überschuss“ an Acetylcholin im Gehirn aufweisen, der für völlig andere Aufgaben steht als das Dopamin der extrovertierten Menschen.

Sie sind wie sie sind und auch sie können es nicht ändern, selbst wenn sie wollten.

Hochsensibilität und Introvertiertheit hängen allerdings noch von einigen anderen Faktoren ab. Diese Faktoren entscheiden darüber, wie „deutlich“ die Hochsensibilität und /oder Introvertiertheit ausgebildet sind – „sein“ tun sie es allerdings in jedem Fall, da beides, wie eben erwähnt angeboren und nicht erfunden oder ausgedacht ist. Sie können diese Anlagen nicht verlernen, nur unterdrücken und verleugnen – ob sie damit allerdings glücklich werden, klären wir noch an anderer Stelle.

Zu den biologischen Fakten gesellen sich nun noch:

Persönlichkeit: Das ist die angeborene Tendenz, ob sie nun in Richtung intro oder extro gehen und in welcher „Menge“ sie das machen – ist also komplett unveränderlich, sie können diese angeborenen Anteile wie gesagt, nur verdrängen und verleugnen.

Situation: Der Mensch ist sehr wohl in der Lage, sich ständig neuen Situationen anzupassen. Sie werden in Gegenwart ihres Chefs anders reagieren als in Gegenwart ihres Partners oder der Nachbarin. Da sie der Anpassung fähig sind, werden sie ihre Intro – und/oder Hochsensiblen Teile der Situation anpassen.

Kultur: Sie als introvertierter Mensch und /oder hochsensible Persönlichkeit könnten sich glücklich schätzen, in Ländern wie Japan oder China oder auch in Teilen Indiens zu leben. Dort gehört Entspannung, Stille und Ruhe zum normalen alltäglichen Leben dazu und wird hoch geschätzt. In den europäischen Kulturen sieht das leider etwas anders aus.

Leben: im Laufe ihres Lebens kommt es zu Verschiebungen. Entweder werden sie mehr intro oder extro oder sie erkennen erst im Laufe ihres Lebens, dass sie ein introvertierter Mensch sind und fangen dann erst an, ihre Intro – Seite zu lieben und zu leben.

Soweit so gut mit der Aufklärung, warum sie einfach so sind, wie sie sind. Nun haben sie nach vielleicht vielen Jahrzehnten endlich einen Beleg dafür, dass sie genauso „normal“ und „lebensfähig“ sind, wie alle anderen Menschen auch - und nun? 

Nun kommt die durchaus wichtige Frage hinzu, mit welchen Glaubenssätzen sie groß geworden sind und welche eigenen, persönlichen Glaubenssätze sie im Laufe ihres Lebens angehäuft haben.

Hatten sie eine glückliche Kindheit mit feinfühligen Eltern, die sie von Anfang an unterstützt haben, ihre eigenen Stärken zu leben und anzuerkennen, können sie eigentlich aufhören zu lesen – dann haben sie nämlich unsagbares Glück gehabt und wissen, über welche Stärken sie verfügen und wie sie diese gewinnbringend einsetzen können.

Hatten sie nun aber weniger Glück und sind mit den unterschiedlichsten Sätzen und Kommentaren groß geworden, wie z. B

„ du bist aber eine Mimose“

„stell dich nicht so an“

„wehr dich“

„lach doch mal“

„man ist die/der arrogant“

„mit der/dem kann man ja nichts anfangen“

„man, nun komm doch mit zum Feiern oder willst du hier versauern“

„du bist sowas von unsozial und ungesellig“

dann können sie weiter lesen.

Diese Sätze nennt man auch Glaubenssätze. Glaubenssätze prägen unser Denken, Fühlen und Handeln – also das ganze Leben. Man kann Glaubenssätze zwar auch noch im Erwachsenenalter „modifizieren“, aber ein „Rest“ der Kindheit bleibt immer in den Katakomben der Hirnwindungen erhalten – man kann diese Glaubenssätze also niemals ganz los werden und komplett verändern. 

Wer z. B in der Kindheit den Satz „du bist eine Mimose“ und „die ist schüchtern“ verinnerlicht hat und keine Chance hatte, diesen Satz zu korrigieren, wird kaum im weiteren Leben eigene Glaubenssätze entwickelt haben wie „ich bin gut so, wie ich bin“, „ich bin taff“ und das Leben als witzige Bühne betrachten, auf der man ungeniert spielen kann. 

Hier gilt es, die alten verstaubten Glaubenssätze aufzudecken, wahrzunehmen und gegen neue und hilfreiche Glaubenssätze zu ersetzen :-)

Achten sie verstärkt auf ihre Glaubenssätze und ändern sie sie um – machen sie positive Sätze daraus. Dies erfordert viel Selbstreflektion, da man die „schädlichen“ Glaubenssätze erst einmal erkennen muss. Dann kommt die eigene Ehrlichkeit dazu, um diese Glaubenssätze auch ehrlich anzunehmen. Danach machen sie sich eine Liste mit Alternativsätzen, die sie stattdessen nutzen können. 

Nun kommt wieder die Selbstreflektion ins Spiel. Immer, wenn sie sich ertappen, nach den alten Glaubenssätzen zu handeln, sagen sie sich die neuen Glaubenssätze vor – immer wieder. Sie können sie neuen Glaubenssätze (Gedankeninhalte) auch auf kleine Zettel schreiben und sie in ihrer Wohnung an die Wände hängen. Sieht vielleicht komisch aus, aber ihr Gehirn wird sie „sehen“, auch wenn sie dies nicht bewusst wahrnehmen. So können sie ihr Gehirn dabei unterstützen, sich die neuen Lebensweisheiten einzuprägen. 

Stärken der Hochsensibilität

-       Aufmerksames und umfangreiches wahrnehmen

Sehen, fühlen, hören, schmecken, riechen Dinge, die für ihre Umwelt nicht bemerkbar sind.

-       Subtilere Wahrnehmung

Wahrnehmen von Stimmungsschwankungen, schlechter Laune, Gereiztheit oder innerer Unruhe anderer Menschen. Bemerken von Ungereimtheiten oder Widersprüchen und gute Menschenkenntnis, große Intuition

-       Detailgetreu

Blick für Kleinigkeiten und feine Unterschiede, entdecken schnell und umfangreich Fehler und Ungereimtheiten

-       tiefes Denken

Verarbeitung von Informationen ist tiefer und gründlicher, Aneignung wichtiger Kenntnisse über nachforschen, lesen, lernen, hinterfragen

-       ganzheitlich, gründlich vernetzt denken

Herstellung von Zusammenhängen und Verbindungen fällt leicht, denken um Ecken, müssen Ursache/Wirkung auf den Grund gehen, erkennen Muster und denken reflektiert

-       Engagement, Pflichtbewusstsein und Vorsicht

Besitzen größere Fähigkeit, sich aus sich selber zu motivieren (brauchen selten äußere Antreiber), arbeiten gewissenhaft, pflichtbewusst und mit Vorsicht. Bevor etwas entschieden oder gesagt wird, wird darüber nachgedacht und alle „Wenns und Abers“ abgewogen – das, was gesagt wird, hat Hand und Fuß

-       Idealistisch und Kreativ

Hocher (zu hoher) Anspruch an sich und andere, sind Authentisch und Loyal, ehrlich und besitzen hohe Werte, sie haben einen großen Gerechtigkeitssinn. Kreativität ist allen hochsensiblen Persönlichkeiten verbunden – sie muss nur entdeckt werden und Platz zum Wachsen finden. Pläne entwerfen, Organisieren und Problemlösestrategien sind eine Stärke.

Diese Auflistung der vielen und individuellen Stärken hochsensibler Persönlichkeiten spricht meines Erachtens nach Bände. Hier kann nicht die Rede von Schwächen sein, geschweige denn von „Mimosenhaftigkeit“, „Arroganz“ oder „nicht kommunikativ“. Dennoch führen eben diese Stärken zu vielen Missverständnissen in der Umwelt. Nicht – hochsensible Persönlichkeiten können die Verhaltensweisen, die aus diesen Stärken entstehen oft nicht verstehen, da auch diese Stärken (wie immer und überall) auch Nachteile aufweisen. „Jede Medaille hat eine Kehrseite“, auch hier. 

Die umfangreichen und intensiven Wahrnehmungen führen zu einer schnellen Überreizung und Erschöpfung – die „Batterien“ entlehren sich schneller. Neigen sich die „Batterien“ dem Ende zu kann sich das durch unterschiedliche Symptome wie Übelkeit, Reizbarkeit, Aggression, Rückzug, Schwindel oder Nervosität äußern. Achtet die hochsensible Persönlichkeit nicht ausreichend auf dringend erforderliche und häufige Erholungsphasen kann dies bis zum Burnout führen. Kommt hierzu noch ein weit verbreiteter Perfektionismus, erhöht sich das Burnout – Risiko drastisch. Dieser Perfektionismus äußert sich häufig darin, dass immer wieder Aufgaben überdacht werden, geändert werden, verbessert werden und Fehler nicht zu verzeihen sind. Ihr erhöhtes Pflichtbewusstsein kann soweit führen, dass sich hochsensible Persönlichkeiten „vergessen“, ihre eigenen Bedürfnisse dem Pflichtbewusstsein hinten anstellen oder ignorieren. Der hohe Anspruch, den diese Persönlichkeiten an sich und andere stellen führt oftmals zur Überforderung aller Beteiligten. 

Es gilt, den EIGENEN Lebensrhythmus zu finden mit individuellen Wegen für Gesundheit, Business und Entspannung.

Auch im Job ist es wichtig, seine Stärken zu kennen um diese in den Beruf einbringen zu können - genauso wie die "Schwächen", z. B schnelle Überreizung bei Lärm. Es ist unabdingbar, sich regelmäßige Erholungspausen zu gönnen, um die Batterien wieder aufladen zu können.