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online Beratung ADHS 

ADHS in Ausbildung und Beruf

ADHS im Beruf

Man kann davon ausgehen, dass laut Statistik in JEDEM Unternehmen Menschen mit ADHS/Autismus anzutreffen sind. Das neue Ausbildungsjahr ist nicht mehr weit weg und viel Jugendliche suchen dringend einen Ausbildungsplatz. Doch für Jugendliche mit ADHS/Autismus ist die Ausbildungssuche oftmals viel schwerer, als für andere Jugendliche - ohne Grund.

Wenn (Ausbildungs)Betriebe sich auf ADHS/Autismus einlassen

Wie und warum es sich für (Ausbildungs)Betriebe lohnen kann, sich mit der Thematik ADHS/Autismus auseinanderzusetzen, erzählt das Praxisbeispiel!

 

Ein mittelständiges Unternehmen hatte sich bereit erklärt, einem Jugendlichen mit ADHS/Asperger einen Arbeitsplatz zur Verfügung zu stellen. Im VORFELD gab es ein langes Gespräch, über die "Besonderheiten" des Jugendlichen.

Es wurde geklärt, WAS der Jugendliche benötigt, um seine Konzentration aufrecht erhalten zu können; es wurden die typischen "Eigenarten" des Jugendlichen abgeklärt und weitere Rahmenbedingungen besprochen.

Somit wurde telefonisch ein "Bewerbungsgespräch" mit dem Jugendlichen vereinbart, wobei VORHER geklärt wurde, dass KEIN unnötiger Smalltalk stattfindet und NICHT auf festen Augenkontakt bestanden wird - das sind Dinge, die der Jugendliche NICHT hätte leisten können.

Das erste Vorstellungsgespräch ging, aufgrund von Kommunikationsschwierigkeiten in die Hose :-) Dem Unternehmen habe ich die Gründe für diese Kommunikationsschwierigkeiten erklärt und es wurde EINFACH ein neuer Termin vereinbart. Niemand im Unternehmen hat es gegenüber den Jugendlichen erwähnt - ganz im Gegenteil! Man hat dieses "Missgeschick" im Unternehmen als Anlass genommen, an einer konkreteren und besseren Formulierung und Kommunikation zu arbeiten - mit Erfolg :-)

Das "Vorstellungsgespräch" dauerte 10 Minuten - ohne unnötige Floskeln oder auf Augenkontakt zu bestehen. Stattdessen hat man dem Jugendlichen einige Aufgaben erklärt und ihn einfach machen lassen!

Ergebnis: Der Jugendliche ist heute kein Jugendlicher mehr und trotzdem noch im Unternehmen! Er ist der Chefetage loyal ergeben, die verantwortlichen Vorgesetzten haben sich von Anfang an total bemüht, die "Eigenarten" zu übersehen und auf manche Dinge NICHT zu achten - stattdessen wird die heute erwachsene Frau an ihrer Leistung, Hilfsbereitschaft und Loyalität gemessen, nicht aufgrund von Smalltalk oder Händeschütteln.

Man hat sich einfach die Mühe gemacht, räumliche Bedingungen anzupassen, eine klare und konkrete Kommunikation zu pflegen und vor allem, diese junge Dame zu FÖRDERN UND zu FORDERN.

In diesem Fall war nicht viel Anpassung und Veränderung notwendig, und es gibt Mitarbeiter mit ADHS/Autismus, wo wesentlich mehr Veränderung und wesentlich mehr Gespräche notwendig sind - eventuell auch ab und an ein Coach im Betrieb, der als Vermittler und "Erklärer" fungiert.

Dennoch lohnt sich diese "Investition" für diese Menschen UND den Betrieb!

Im Zeitalter des angeblichen Fachkräftemangels wird es Zeit, sich endlich auch Menschen anzunehmen, die bisher außen vor waren - aus welchen Gründen auch immer. Menschen mit ADHS/Autismus verfügen über grandiose Stärken und tolle Eigenschaften, die sie aber leider oftmals nicht zeigen können! Viele Menschen mit ADHS/Autismus scheitern bereits am Bewerbungsgespräch - aufgrund von Smalltalk, den sie nicht verstehen und nicht halten können. Aufgrund von Augenkontakt, den sie nicht lange halten können und dies wird ihnen negativ ausgelegt. Aufgrund der Tatsache, dass sie beim Bewerbungsgespräch so nervös sind, dass sie noch mehr mit Beinen und Händen wackeln, als sowieso schon - was ihnen wiederum negativ angelastet wird.

Wenn sich Unternehmen und Ausbilder mit dieser Thematik beschäftigen und etwas Zeit "investieren", investieren sie keine unnütze Zeit, sondern produktive Zeit und Zeit in einen Mitarbeiter, der sie nie im Stich lassen wird - in einen Mitarbeiter, der alles daran setzen wird, seine Arbeit gut und richtig und schnell zu machen, WENN sie denn seinen Interessen entspricht - SIE investieren in einen Mitarbeiter, in eine FACHKRAFT!